Pressemitteilung: „BVVG-Modell für den Teller“: Brandenburgs Kantinen brauchen Regio-Quote statt reiner Bio-Fixierung
Pressemitteilung: „BVVG-Modell für den Teller“: Brandenburgs Kantinen brauchen Regio-Quote statt reiner Bio-Fixierung
Fürstenwalde/Potsdam, 23. Februar 2026 – Anlässlich der heutigen IHK-Konferenz „Vom Acker auf den Teller“ übt Benjamin Meise, Vorsitzender der Partei Deutsch-Land.Wirtschaft (DLW), deutliche Kritik an der aktuellen Vergabepraxis für regionale Lebensmittel. Trotz bestehender Qualitätssiegel und zahlreicher Vernetzungsinitiativen stagniert der Absatz heimischer Produkte in der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung. Meise fordert einen radikalen Systemwechsel im Vergaberecht nach dem Vorbild der BVVG-Landvergabe.
„Wir erleben auf Konferenzen viel guten Willen, aber die wirtschaftliche Realität in den Kantinen von Kitas, Schulen und Kliniken – und sogar im brandenburgischen Landtag selbst – sieht völlig anders aus“, erklärt Benjamin Meise, der selbst eine Hofmolkerei in Brandenburg leitet. „Die öffentliche Hand agiert als ‚Billigheimer‘. Während Sonntagsreden über Regionalität gehalten werden, steht in den Kantinen des Landtages oft Rohrzucker aus Südamerika statt heimischer Rübenzucker auf dem Tisch. Es werden Säfte aus anderen Bundesländern serviert, obwohl wir erstklassige Produzenten in der Ostprignitz oder im Spreewald haben.“
Die DLW fordert konkret:
1. Einführung einer verbindlichen Regio-Quote:
Eine einseitige Bio-Quote hilft dem regionalen Mittelstand nur bedingt, wenn am Ende das günstigste Bio-Produkt aus Übersee den Zuschlag erhält. Wir fordern eine verpflichtende Quote für Brandenburger Erzeugnisse, um die Wertschöpfung und die Arbeitsplätze direkt in unserer Region zu sichern.
2. Punktesystem statt Höchstpreisgebot:
Die BVVG hat es bei der Landvergabe vorgemacht: Weg vom reinen Preisdiktat, hin zu Nachhaltigkeitskriterien. Dieses Modell muss auf den Teller! Wir brauchen ein rechtssicheres Punktesystem in öffentlichen Ausschreibungen, das regionale Herkunft und ökologische Systemvorteile – wie abfallarme Mehrweg-Großgebinde und kurze Transportwege – finanziell honoriert.
3. Vorbildfunktion des Landes:
Es ist inakzeptabel, dass die Politik von den Bürgern regionales Kaufverhalten fordert, während die eigenen Landeseinrichtungen nach dem reinen Billigstpreis-Prinzip ausschreiben. Wer regionale Landwirtschaft will, muss bei der Verpflegung der eigenen Abgeordneten und Beamten anfangen.
„Wir brauchen keine weiteren Apps oder runden Tische, sondern den politischen Mut, die öffentliche Hand als Ankerkunden für unsere Landwirtschaft zu verpflichten“, so Meise abschließend. „Ein Qualitätssiegel Brandenburg ohne echten Marktzugang ist für uns Unternehmer wertlos.“
Über die DLW:
Die Partei Deutsch-Land-Wirtschaft (DLW) vertritt die Interessen der Landwirte und des ländlichen Raums. Sie setzt sich für praxisnahe Agrarpolitik, den Erhalt bäuerlicher Familienbetriebe und eine starke regionale Wertschöpfung ein.
Pressekontakt:
Benjamin Meise